In der chinesischen Tradition ist das Konzept der Trinität des Glücks verankert. Jeder Mensch unterliegt drei Einflüssen, die sein Schicksal bestimmen: Dem Himmlischen Glück, dem Irdischen Glück und dem Menschlichen Glück.
Während das Himmelsglück, was alle unsere angeborenen Anlagen und Talente umfasst, nicht veränderlich ist, können wir das Menschenglück und das Erdenglück gestalten. Menschliches Glück entspringt unserer Arbeit und unseren Bemühungen, es ist der Lohn für unsere Anstrengungen. Erdenglück jedoch meint den „Rückenwind“, den wir im täglichen Leben in vielerlei Hinsicht, beruflich oder privat, zwar dringend brauchen, aber leider viel zu oft missen müssen. Erdenglück kann sich beispielsweise äußern in guten Gelegenheiten, hilfreichen Freunden, harmonischen Beziehungen oder guter Gesundheit. Wie wir unser Erdenglück positiv beeinflussen können, verrät uns die uralte chinesische Kunst des Feng Shui.
Feng Shui ist die Kunst und Wissenschaft zur Auswahl und Gestaltung günstiger Orte, deren erste Zeugnisse aus der Zeit der chinesischen Tang-Dynastie stammen. Ziel der höchst einflussreichen Feng Shui Meister an den kaiserlichen Höfen war es, den günstigen und erfolgverheißenden „Atem des Drachen“ einzufangen und für die herrschende Klasse nutzbar zu machen. Die symbolhafte Sprache des alten China bezeichnet mit „Drachenatem“ die universelle Erdenergie, das Chi (auch Qi, in Indien wird diese Energie „Prana“ genannt), welche an bestimmten Orten vermehrt zu finden ist und dort äußerst förderlich auf die Menschen wirkt. Wörtlich übersetzt bedeutet Feng Shui „Wind“ und „Wasser“ und weist auf die Eigenschaften des Chi hin, sich mit dem Wind zu verteilen, durch günstige Landschaftsformationen gelenkt zu werden und sich am Wasser zu sammeln.
In späterer Zeit wurde die Drachensymbolik des ursprünglichen Landschafts-Feng Shui abgelöst durch eine modernere Betrachtungsweise, die wesentlich von bestimmten förderlichen Kompassrichtungen abhing. Gutes Feng Shui wurde über die Nutzung günstiger Himmelsrichtungen definiert, die von Geburtsdatum und Geschlecht der jeweiligen Person abhingen. Die so genannte Kompassschule berücksichtigte weiterhin auch die Tatsache, dass Chi-Strömungen zeitlichen Einflüssen unterliegen, und arbeitete somit mit räumlichen und zeitlichen Konzepten.
Schließlich mussten die Feng Shui Gelehrten jedoch einsehen, dass eine Verschmelzung beider Betrachtungsweisen in der Praxis die besten Ergebnisse hervorbrachte. Heute wenden Feng Shui Gelehrte in Ost und West Formeln des Landschafts-Feng Shui ebenso erfolgreich an wie Kompassformeln, und auch die zeitliche Dimension ist im Feng Shui fest verankert. Ziel hierbei ist immer, beruflich und privat „Rückenwind“ zu gestalten.
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